


Inga Rumpf
Die Hamburger Stimme hinter Frumpy und Atlantis in den 1970er-Jahren, die seither eine 50-jährige Solokarriere im Spannungsfeld von Blues, Soul und Rock aufgebaut hat — zweifache Gewinnerin des German Blues Award, die schon 1988 mit Keith Richards von den Rolling Stones jammte. Sie feierte am 2. August 2026 ihren 80. Geburtstag und beging das Jubiläum mit einem Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg am 13. September, veröffentlicht als Live-Album Inga 80.
Musikalischer Einfluss
Inga Rumpfs Bedeutung liegt darin, dass sie schon lange, bevor der Begriff "weibliche Rockstimme" in Deutschland geläufig war, darauf bestand, als gleichwertige Musikerin unter Männern auf der Bühne zu stehen — gekleidet wie ihre Bandkollegen, mit langen Haaren und Unterhemd, sodass das Publikum nach ihren eigenen Worten "erst auf den zweiten Blick" erkannte, dass sie eine Frau war (Quelle: taz.de-Interview). Journalisten haben immer wieder versucht, sie als "Deutschlands Janis Joplin" einzuordnen, was sie selbst zurückweist — "ich singe überhaupt nicht wie Janis Joplin" — und genau dieses Beharren auf einer eigenen Stimme hat sie über sechs Jahrzehnte zu einem Referenzpunkt für weibliche Blues- und Rockstimmen in Deutschland gemacht (Quelle: taz.de-Interview). Dass Tina Turner Rumpfs Komposition "I Wrote a Letter" 1983 als B-Seite ihrer Comeback-Single "Let's Stay Together" aufnahm, ist ein konkreter Beleg für die Reichweite ihres Songwritings über die eigenen Aufnahmen hinaus (Quelle: taz.de-Interview; evangelisch.de).
Prägende Erlebnisse
- •Sang als Kind von Tür zu Tür in ihrem Mietshaus für ein paar Groschen — diese Gewohnheit gab ihrer 2021 erschienenen Autobiografie 'Darf ich was vorsingen?' den Titel (Quelle: taz.de-Interview; Hellfire-Magazin).
- •Wurde in einem Hamburger Teehaus vom Engländer John O'Brien-Docker entdeckt, der Die City Preachers gründete und sie ab 1965 zur Sängerin machte (Quelle: taz.de-Interview).
- •Nahm 1968 am deutschen Schlager-Wettbewerb mit 'Schade um die Tränen' teil, in einem türkisfarbenen Minikleid, zu dem sie die Plattenfirma drängte — ein früher kommerzieller Umweg, bevor sich ihre Rock- und Blues-Identität festigte (Quelle: de.wikipedia.org; taz.de-Interview).
- •War 1970 an der Gründung von Frumpy beteiligt, im selben Jahr, in dem der Hamburger Club Onkel Pö eröffnete — ein Ort, den sie ihr 'zweites Wohnzimmer' nennt und an dem sie Al Jarreau und Mitch Ryder live sah (Quelle: taz.de-Interview).
Instrumente & Ausrüstung
Sonstiges
Spielt außerdem Akustikgitarre und Klavier, sichtbar unter anderem bei ihrem Konzert in Nordenham im August 2026 (Quelle: NWZ-Konzertbericht, 16. August 2026).
Gesang
Ihr Hauptinstrument während der gesamten Karriere, vom Folk-Rock und Krautrock-nahen Frumpy bis zu Blues, Soul und Gospel in ihren Solojahren (Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Inga_Rumpf).
Geschichten & Anekdoten
"1988 besuchten sie in London die Rolling-Stones-Mitglieder Keith Richards und Ronnie Wood, die beide aus Frankreich anreisten, um mit ihr aufzunehmen — jeder mit zwei Flaschen Whisky für sich selbst und einer Kiste bayerischem Bier für sie. Richards nennt sie bis heute 'meinen Helden' (Quelle: taz.de-Interview, 1. August 2026)."
"Journalisten haben sie lange als 'Deutschlands Janis Joplin' bezeichnet, ein Vergleich, den sie aktiv zurückweist: 'Ich singe überhaupt nicht wie Janis Joplin' (Quelle: taz.de-Interview)."
"1983 nahm Tina Turner Rumpfs Komposition 'I Wrote a Letter' als B-Seite ihrer Comeback-Single 'Let's Stay Together' auf — Rumpf selbst machte später eine Ballade daraus, auf dem Doppelalbum 'Universe of Dreams & Hidden Tracks' (2021) (Quelle: taz.de-Interview; evangelisch.de)."
Kollaborationen
Wohnte in den frühen Hamburger Jahren mit Rumpf in einer WG und spielte zeitweise Schlagzeug bei Die City Preachers; beide traten 2011 bei Lindenbergs MTV-Unplugged-Special erneut gemeinsam auf (Quelle: t-online.de; taz.de-Interview).
Organist/Keyboarder, Mitbegründer von sowohl Frumpy als auch Atlantis, später fester Weggefährte (Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Frumpy; en.wikipedia.org/wiki/Atlantis_(German_band)).
Gitarrist der Supergroup Atlantis (1972–76) (Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Atlantis_(German_band)).
Reiste 1988 gemeinsam mit Ronnie Wood von Frankreich nach London, um mit Rumpf aufzunehmen (Quelle: taz.de-Interview).
Nahm 1983 Rumpfs Song 'I Wrote a Letter' als B-Seite zu 'Let's Stay Together' auf (Quelle: taz.de-Interview; evangelisch.de).
Lud Rumpf 2005/2006 als Gastkünstlerin auf seine Abschiedstournee ein (Quelle: evangelisch.de).
Sehen & Hören
Inga Rumpf & Friends live | Rockpalast | 2006
WDR Rockpalast
Sehen & Hören
Presse & Zitate
"Die Frau ist auf der Bühne immer noch absolut hörenswert. Stimmlich unverkennbar, jedoch weiter gereift wie alter Wein, präsentierte sich Inga Rumpf."
"Okay, die Gelenke knacken, die Knochen krachen, der Lack ist ab, aber die Grundierung ist noch vorhanden."
Diskografie
| Jahr | Titel | Produzent | Studio | Label | Charts | Verkauf | Musiker | YouTube | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1970 | All Will Be Changed | — | — | Philips | — | — | — | Debütalbum mit Frumpy. | |
| 1971 | Frumpy 2 | — | — | Philips | — | — | — | Enthält 'How the Gypsy Was Born', den bekanntesten Song der Band. | |
| 1972 | By the Way | — | — | Philips | — | — | — | Frumpys drittes und letztes Studioalbum, bevor die Band zu Atlantis wurde. | |
| 1972 | Atlantis | — | — | Vertigo | — | — | — | Debütalbum der Supergroup Atlantis, aufgenommen in den Island Studios, London. | |
| 1973 | It's Getting Better | — | — | Vertigo | — | — | — | Zweites Atlantis-Album. | |
| 1975 | Get On Board | — | — | Vertigo | — | — | — | Viertes und letztes Atlantis-Album, bevor Rumpf solo ging. | |
| 1975 | Second Hand Mädchen | — | — | RCA | — | — | — | Rumpfs Debüt als Solokünstlerin. | |
| 2005 | Live At Rockpalast 2006 | — | — | MiG Music | — | — | — | Konzert, aufgenommen am 20. Oktober 2006 in Bonn für WDR Rockpalast; erweiterte CD/DVD-Neuauflage 2024. | |
| 2013 | White Horses | — | — | 25th Hour Music | — | — | — | Doppel-LP, erreichte Platz fünf der deutschen Jazzcharts. | |
| 2021 | Universe of Dreams (& Hidden Tracks) | — | — | 25th Hour Music | — | — | — | Doppelalbum zu Rumpfs 75. Geburtstag, enthält eine Balladenversion von 'I Wrote a Letter'. | |
| 2026 | Inga 80 | — | — | TBA | — | — | — | Geplante Live-Aufnahme des 80.-Geburtstagskonzerts in der Elbphilharmonie, 13. September 2026. |
Bekannte Lieder
Auszeichnungen
Externe Links
Booking / Kontakt
A separate agency, saveON | Multimedia Management, also lists Inga Rumpf among its represented artists (office@saveon.de) — unconfirmed by her own official site, reported here as secondary information only.
QuelleSind Sie der Künstler selbst oder vertreten Sie die Band oder die Booking-Agentur? Wir möchten, dass die Booking-Informationen hier stets korrekt und aktuell sind. Senden Sie uns gerne die richtigen Angaben über unser Kontaktformular, dann aktualisieren wir das Profil so schnell wie möglich. Zum Kontaktformular



